7 Jahre GAILTALNETZ – KULTURDATENBANK

Gailtaler, Gitschtaler und Lesachtaler Kunst & Kultur – Unser Kultur-Informationsservice, das Portal Gailtalnetz, wurde im Februar 2010 gegründet – seit März 2012 auch auf Facebook http://www.facebook.com/GailtalnetzKulturInformationsservice

Mundart (Dialekt)

Gailtaler Mundartdichterin: Sieglinde Jank-Arrich, Hermagor
Dkfm. Bernhard Gigacher, Mundartdichter, aus dem Gurktal: Seite des Autoren: http://www.tintnfasle.at, Gailtalnetz-Portrait Bernhard Gigacher

Auf den Seiten der Gailtaler Akademie befindet sich eine Rezension zum Buch „Aus’n Tintnfaßlan“ von Bernhrad Gigacher https://gailtalakademie.wordpress.com/mehr/rezensionen/. Die Kulturkolumnistin Santonina befasst sich in einem Beitrag „Mundart anders – die Brüder Gigacher“ mit den Künstlern Bernhard und Joachim Gigacher und dem ungewöhnlichen Mundart-Gedichteband „Aus’n Tintnfaßlan“ https://santonina.wordpress.com/2016/10/12/mundart-anders/

Horst Giertzuch, bluesige Lieder in Gailtaler Mundart – CD „treibholz“, erschienen 2016

Wir freuen uns über weitere Daten!

Kärntner Mundart

Vielleicht gelingt es auch nach und nach, allerlei Typisches aus der Region zusammenzutragen.

Kärntner Mundart (Quelle: Wikipedia, 2011)

Als Kärntner Mundarten bezeichnet man die Dialekte des Deutschen, die in Kärnten gesprochen werden. Alle Kärntner Mundarten sind Teil des bairischen Dialekts.
Inhaltsverzeichnis
1 Räumliche Gliederung

1.1 Mittelkärntnerisch
1.2 Oberkärntnerisch
1.3 Unterkärntnerisch
2 Eingliederung ins Südbairische
3 Lautlehre
3.1 Phoneminventar
3.2 Kärntner Dehnung
3.3 Stimmhafte/stimmlose Konsonanten
3.4 Keine Vokalisierung des l
4 Grammatik
4.1 Konjugation einiger Verben
4.2 Wegfall von „es“ und von Ortspräpositionen
5 Auswahl Kärntner Dialektausdrücke
6 Quellen
7 Literatur
8 Weblinks
Räumliche Gliederung

Man gliedert die (südbairischen) Kärntner Mundarten in Ober-, Mittel- und Unterkärntnerisch. Im Lesachtal wird keine „echt“ kärntnerische Mundart gesprochen – dieses gehört mundartkundlich eher zu Tirol – ferner haben sich im Katschtal und im obersten Mölltal salzburgische und um den Obdacher S

attel auch auf Kärntner Gebiet steirische Merkmale durchsetzen können. Die Grenze zwischen der Ober- und Mittelkärntner Mundart verläuft etwa von Nötsch im Gailtal nach Nordwesten über Stockenboi, geht westlich an Spittal an der Drau vorbei und dann nordwestlich über das Reißeck und die Hochalmspitze bis zur Landesgrenze. Zu Oberkärnten im mundartkundlichen Sinn gehören also das Gail-, Möll-, Gegend- und obere Drautal mit dem Lurnfeld.
Außer einer räumlichen ist auch eine soziologische Unterteilung der Kärntner Mundart feststellbar: es gibt die allgemeine landesübliche Verkehrssprache und die zwischen ihr und der eigentlichen bäuerlichen Mundart stehende „Stadtsprache

“.

Mittelkärntnerisch
Mittelkärntnerisch wird im Liesertal, Gegendtal, im unteren Drautal sowie im Villacher und Klagenfurter Becken, in der „Gegend“, im Metnitz-, Gurk- und Glantal sowie auf dem Zoll- und Krappfeld gesprochen. Dem gleichen Mundarttyp gehört auch das heutige gemischtsprachige (vormals mehrheitlich von Kärntner Slowenen besiedelte) Gebiet Unterkärntens an. In mundartlicher Hinsicht ist „Unterkärnten“ das Görtschitz- und Lavanttal. Keiner dieser drei genannten Mu

ndarträume ist in sich einheitlich, sondern in weitere kleinere Einheiten untergliedert.
Mittelkärntnerisch umfasst den Kärntner Zentralraum und nimmt das größte Gebiet ein. Man kann es in vier Gruppen unterteilen, und zwar in
Westmittelkärntnerisch (westlich von Sirnitz, Himmelberg und Treffen, mit Spittal an der Drau und dem Liesertal), Übergangszone zum Oberkärntnerischen hin;
Nordmittelkärntnerisch (Gurk- und Metnitztal sowie Krappfeld und Wimitz) mit dem

image2.jpeg

Mundartgedicht von Sieglinde Jank-Arrich

Hauptmerkmal oa (aus mittelhochdeutsch ei) sowie stark gerolltem Zungen-r;
Zentralmittelkärntnerisch (im Bereich des Städtevierecks Klagenfurt–St. Veit an der Glan–Feldkirchen–Villach) mit dem Hauptmerkmal lang a (aus mhd. ei z.B. šta:n „Stein“, wohl durch Spanheimer und Bamberger Einfluss, mit Ausbreitung weit über den Zentralbereich hinaus); im Klagenfurter Raum ist -k- auch vor stimmhafter Konsonanz immer noch affriziert (z.B. pukhl „Buckel“).
Südmittelkärntnerisch im unteren Gailtal, Rosen- und Jauntal einschließlich der Deutsch sprechenden Kanaltaler. Letzterem fehlt der sonst zu beobachtende Unterschied zwischen städtischer und bäuerlicher Sprachform; man kann es daher als einen Ableger der städtischen Variante vom Zentralmittelkärntnerischen betrachten – mit einem höheren Anteil slowenischer Einflüsse als im Kärntner Durchschnitt[1].
Durch das Wirken des Kärntners Mundartdichters Gerhard Glawischnig und seine Bedeutung (zusammen mit Justinus Mulle) bei der Entstehung des Neuen Kärntner Liedes ist der von ihm in seinen Werken und Liedtexten verwendete Glantaler Dialekt zu einer Art „Kärntner Koine“ geworden und genießt das bei weitem höchste Ansehen. Viele Liedtexte aus anderen Gegenden Kärntens sind an diese Sprachform angeglichen worden.
Oberkärntnerisch
Oberkärntnerisch gliedert sich in die Mundarten des oberen, mittleren und unteren Mölltales, des oberen Drautales, des Gailtales, des Gitschtales und des Gebietes um den Weißensee. Geographisch gesehen gehört auch das Lesachtal dazu. In lautlicher Hinsicht ist vor allem die Aussprache von st im Inlaut als scht in der westlichen Hälfte sowie ein heller Vokal in auslautenden Silben in Wörtern wie sune „Sonne“, milech „Milch“ oder hirbischt „Herbst“ zu erwähnen.
Ferner ist charakteristisch im Mölltal die archaische Aussprache des r im Anlaut mit h-Einsatz (vgl. ahd. Hrotsvith von Gandersheim), früher fast im ganzen Bezirk Spittal (zum Beispiel Ross [hrous] oder Bergname Hruckenkopf, schriftsprachlich „Rücken-Kopf“. Ein Mölltaler Spottspruch: In der Hranksdörfer Hraidn tant se hrodln, das da Hrotz lei so åwa hrint = „In der Kurve von Rangersdorf rodeln sie, dass der Rotz nur so herunterrinnt“).
Stark gerollt wird r unter anderem im Gailtal; das Gitschtal hat ein (dem englischen r ähnliches) kakuminales r.
In weiten Gebieten wird o vor r wie å (= offenes o) gesprochen (zum Beispiel dårf „Dorf“). Typisch die Hebung von ea und oa vor Nasalen zu ia und ua (gian „gehen“ gegenüber gean in Mittelkärnten, luan „Lohn“ gegenüber loan in Mittelkärnten). Örtlich (vor allem im Mölltal) palatale Aussprache der Vokale (zum Beispiel röükh ‘Rock’, häüs ‘Haus’ und so weiter).
Unterkärntnerisch
Unterkärntnerisch umfasst das Görtschitz- und Lavanttal; während das Görtschitztal dem Nordmittelkärntnerischen recht nahe steht, erinnert die Mundart des Lavanttales in manchem an weststeirische Mundarten. In der älteren Mundart wird die Lautgruppe rn zu dn, zum Beispiel schtädn „Stern“, khådn „Korn“ oder Vokal + r zu silbischem r, zum Beispiel khrchn „Kirche“, wrbm „Wurm“; da in anderen Gegenden Kärntens (vor allem im Zentralraum) vor r ein a-ähnlicher Laut gesprochen wird (khiarchn, wuarm), ergeben sich hier deutliche und hörbare Unterschiede.
Eingliederung ins Südbairische [Bearbeiten]

Ganz Kärnten gehört – zusammen mit dem größten Teil von Tirol, dem Salzburger Lungau und den angrenzenden steirischen Gebieten (vor allem die Bezirke Murau, Judenburg, Voitsberg und Deutschlandsberg) – dem südbairischen Dialektareal an.
Dieses Gebiet gehört zu den altertümlichen bairischen Mundarten, deren Altertümlichkeit nur durch die vorgelagerten Sprachinselmundarten (zum Beispiel Pladen/Sappada, Friaul, Zarz/Sorica, Slowenien [erloschen], Gottscheerisch und so weiter) übertroffen wird. Dementsprechend finden wir sehr viele südbairische Merkmale in den Kärntner Mundarten:
Was Kärnten mit Tirol verbindet, aber deutlich von den mittelbairischen Mundarten abhebt, ist das Bewahren der Vorsilbe ge- im Mittelwort der Vergangenheit (PPP) vor allen Verschlusslauten: es heißt er håt gepetet / getribm / gekhocht (gegenüber mittelbair. er håt bet / dribm / kocht). Die Aussprache des e in ge- ist schwankend, zum Teil gehoben, also etwa [gi-] gesprochen, zum Teil ist die Aussprache offener, etwa [gä-], oder leicht reduziert, etwa [g‘-]. Mitunter fehlt das Präfix auch im Südbairischen, zum Beispiel in „kommen“, vergleiche er is tswegn khem „er ist des Weges gekommen“, doch dies ist keine Ausnahme, sondern ein Archaismus.
Weiters bleibt der Selbstlaut im Artikel die immer erhalten, es heißt im Südbairischen immer de oder di khia „die Kühe“, de oder di muater „die Mutter“, nie (wie in anderen bairischen Gebieten) d’kia beziehungsweise d’muater.
Auch das affrizierte k, hier geschrieben kh, genauer [kch], gehört hieher; im Südbairischen wurde jedes alte k affriziert, im Gegensatz zum Mittel- und Nordbairischen sowie zur deutschen Hochsprache. Wir haben also Aussprachen wie khem(an) „gekommen“, khua „Kuh“, khochn „kochen“ und so weiter. Ein weiteres südbairisches Merkmal ist die Verkleinerungsform -le, in der Flexion -len (in Oberkärnten) beziehungsweise -lan (in Unterkärnten), zum Beispiel diandle beziehungsweise deandle „Mädchen“, fegele beziehungsweise fogale „Vöglein“ (Dativ Sg. und Plural -len beziehungsweise -lan).
Lautlehre

Phoneminventar
Folgende Laute haben in der Mundart des Kärntner Zentralraumes keinen Phonemstatus:
à (Schwa; stellungsbedingte Variante von a/e)
ä (stellungsbedingte Variante von e)
b (stellungsbedingte Variante von w)
ch (stellungsbedingte Variante von h)
ŋ (stellungsbedingte Variante von n)
ü (stellungsbedingte Variante von i)
ö (stellungsbedingte Variante von e)
Kärntner Dehnung
In großen Teilen Kärntens sowie in Teilen der Steiermark kommt die sog. Kärntner Dehnung vor. In diesen Gebieten existiert eine spezifische Verteilung der Vokallänge (die jedoch durch den paradigmatischen Ausgleich den Phonemstatus beibehält). Unter dem Einfluss der slowenischen Mundarten in Kärnten entwickelte sich die mhd. Lautfolge kurzer Vokal + geminierte Reibelaut zu langer Vokal + einfacher Reibelaut. Es gelten folgende Regeln:
vor einem einfachen Konsonanten steht meist ein langer Vokal (immer vor Frikativen, Lenes und Sonoranten außer m), oft auch vor m und t (nie vor p und k);
vor Affrikaten, Konsonantengruppen, p und k steht meist ein kurzer Vokal;
im Auslaut sind betonte Vokale lang, unbetonte kurz;
durch paradigmatischen Ausgleich wird die Vokallänge nicht verändert.

Es sind also zum Beispiel die Wörter wissen und Wiesen zu [wi:sn] zusammengefallen Ebenso werden Ofen und offen gleich ausgesprochen [o:fn]. Man sagt beispielsweise i le:p, aber er lep, i så:k, aber er såk. Also: „Trink a Wå:sa, werta pe:sa“ („Trink Wasser, dann geht’s dir besser“)!

Weitere Besonderheiten: b und w sind kombinatorische Varianten, ebenso wie h und ch, zum Beispiel ch>h: [sihàlich], [‚filahà], [met-hen], [mea-hen] (sicherlich, Villacher, Mädchen, Märchen).

Stimmhafte/stimmlose Konsonanten

Die stimmhaften Konsonanten b, d, g werden im Kärntnerischen meist (besonders am Silbenanfang und -ende) stimmlos (also p, t, k), gesprochen. So wird zum Beispiel der Baum zu Pa:m. Die Säge, der Sack und ich sage werden gleich ausgesprochen (så:k). Ebenso die Wörter dort und Torte (tuatn).
Keine Vokalisierung des l
Während in vielen anderen bairischen Dialekten (so auch in Nord- und Ostösterreich) ein l zwischen Vokal und Konsonant oder am Wortende nach einem Vokal vokalisiert wird (zum Beispiel Göd, Göid oder Geid für Geld oder vü, vui oder vüi für viel), bleibt es in den südbairischen, so auch in den Kärntner Mundarten, immer erhalten. Man sagt also „Gölt“ („Geld“), „vül“ („viel“), „schöln“ („schälen“), „ålt“ („alt“) und „Kohln“ („Kohle“).

Grammatik

Konjugation einiger Verben

a) bei Wortstellung Pronom+Verb (ich sehe)
b) bei Wortstellung Verb+Pronom (sehe ich)
c) Konjunktiv I
haben    sein    leben    sagen    tun    gehen    sehen    müssen    wollen    kommen    wissen    können
a)
i håb/hån    i pin    i lep    i såk    i tua    i geh    i siach    i muass    i wüll    i kimm    i was    i kånn
du håst    du pist    du lepst    du såkst    du tuast    du gehst    du siakst    du muasst    du wüllst    du kimmst    du wast    du kånnst
er håt    er is    er lep    er såk    er tuat    er geht    er siacht    er muass    er wüll    er kimmp    er was    er kånn
mia håm(a)    mia sein    mia lem    mia sågn    mia tan    mia gehn    mia segn    mia miassn    mia wolln    mia keman    mia wissn    mia kinan
es håpts    es seits    es lepts    es såkts    es tats    es gehts    es sekts    es miassts    es wollts    es kemps    es wissts    es kints
se håmt/håmp    se seint    se lemt    se sågnt    se tant    se gehnt    se segnt    se miassnt    se wollnt    se kemant    se wissnt    se kinant
b)
håb i/hån i    pin i    lep i    såk i    tuari    geh i    siach i    muass i    wüll i    kimm i    was i    kånn i
håst    pist    lepst    såkst    tuast    gehst    siakst    muasst    wüllst    kimmst    wast    kånnst
håt a    is a    lep a    såk a    tuat a    geht a    siacht a    muass a    wüll a    kimmp a    was a    kånn a
håmma    samma    lemma    sågma    tamma    gemma    segma    miassma    wollma    kema    wissma    kima
håpts    seits    lepts    såkts    tats    gehts    sekts    miassts    wollts    kemps    wissts    kints
håm se    sein/sant se    lem se    sågn se    tan se    gehn se    segn se    miassn se    wolln se    keman se    wissn se    kinan se
c)
i het    i war(at)    i lebat    i sågat    i tat/tet    i gangat    i segat    i miassat    i wellat    i kamat    i wisat    i kantat
2. Person Sg.: -st
3. Person Sg.: -t; bei Verben auf -ben und -gen entfällt das -t (er lep, er schreip, er såk, er ziak)
1. Person Pl.: -n; bei Verben auf -ben: -m; als verstärkte Form auch -ma (mia segma, mia gemma)
2. Person Pl.: -ts
3. Person Pl.: -nt
Bei der Wortfolge Verb+Pronom (zum Beispiel in Fragen) fällt bei der 2. Person Singular sowie bei der 1. und 2. Person Plural das Personalpronom weg, außer es wird besonders hervorgehoben oder betont (zum Beispiel „gemma mia heit fuat?“, „seits es aa krånk?“)
Vergangenheit:
i håb/hån ghåp
i pin gwesn
i håb/hån glep
i håb/håb gsåk
i håb/hån getån
i pin gångan
i håb/hån gsegn
i håb/hån miassn
i håb/hån wolln
Wie in allen anderen bairischen Dialekten gibt es auch im Kärntnerischen nur die Perfekt-Formen, kein Imperfekt. Einzige Ausnahme ist das Verb sein mit i wår, das gleichberechtigt neben i pin gwesn besteht.
Wegfall von „es“ und von Ortspräpositionen
Bei unpersönlichen Verben fällt das Pronom „es“ meist weg: „heit is åba kålt“.
Ebenso werden Ortspräpositionen oft weggelassen: „i fåhr Klågnfuat“ („ich fahre nach Klagenfurt“) oder „gemma heit Kino?“ („Gehen wir heute ins Kino?“).
Beide Phänomene existieren auch im Slowenischen und sind von dort in die Kärntner Mundart gelangt.
Auswahl Kärntner Dialektausdrücke [Bearbeiten]

Der Wortschatz der Kärntner Dialekte wird erfasst und beschrieben im Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich. Ein Kärntner Sprachatlas ist in Arbeit.

A …? – leitet eine Frage ein, zB „A kummst heite? – „Kommst du heute?“, “ A wer is denn dos?“ – „Wer ist das?“, „A wievül host denn gekaaft?“ – „Wie viel hast du gekauft?“ (aus slow. „ali“, umgangssprachl. „a’“, unübersetzbare Fragepartikel, leitet im Slowenischen ebenfalls Fragesätze ein)
aufe – hinauf
ballánkan – Tischfußball spielen
Blåse – Wind
Bogenschloss = Vorhänge-, Vorlegeschloss (von ahd. bulga „Tasche“)
Botízn – Germteigstrudel mit Nuss- oder Mohnfülle (slow.),
Betfiasn – untere Bettkante
deachl – dort drüben
dege – diese
echl umme- dort drüben
entn – drüben
eppa gor- nur
Eapa – Erdbeere(n)
Farfalan – eingetropfter Teig (Suppeneinlage) aus dem Italienischen.
fertn – voriges Jahr
Fettn – Glück, aber auch Rauschzustand
Flortschn – dumme, eingebildete Frau
Frackale – Schnapsglas
Frasn – Anfall, Krampf (mhd. freise Epilepsie)
Frigga, Frikka, Frigge – Pfannengericht aus Speck und Käse, wird direkt aus der Pfanne mit Brot gegessen
Fuattach – Arbeitsschürze für Männer
fudln – hektisch herumwerken
furfertn – Vor zwei Jahren
Galz – Majonäse
Gate – Hose (Untergate – Unterhose)
Gedáks – Unterholz
Gfick – lästiges Zeug
gflaucht – gestohlen leitet sich von „flauchen“ ab
Gigritzpåtschn – Synonym für einen nichtexistenten Ort in Kärnten
Gitschn – Mädchen (in Oberkärnten; aus friaulisch chiccia)
Glåtn – Haare
Glundna – Kochkäse
Gneat – Eile : „Wos hostn du fan Gneat?“ → „Warum bist du denn so in Eile?“
Goggolore – Brille bzw. auch leicht verblödeter Mensch
Grantn – Preiselbeeren
Grantnscherbn – ein wütender und nachtragender Mensch
Gschirrhangal(e) – Geschirrtuch
Gschråpp(m) – Kind(er)
Groambachhaufen – zusammengetragener Abfall aus Ästen
Habschi (Habara) – Freund
haifte – genug
hintagebm – zurückgeben
hintazåhln, zruckzåhln – zurückzahlen
huckn – kuscheln
ibalegn – nachdenken ; sich umziehen
Jaukale – Spritze
Jockl – Tölpel
Kaischn – Hütte (aus slowenisch hiša, germanisches Lehnwort)
kamot (kommod) – gemütlich
Karntn is lei ans – Kärnten gibts nur einmal
Kasnudln – Kärntner Teigtaschen, mit Topfen-Kartoffelmischung gefüllt, mit Minze und Keferfil gewürzt.
Kåschpl – Küchenabfälle für die Schweine, auch: Fraß
Kauze – Kaugummi
Keferfil – Kerbelkraut
kirre – wahnsinnig (Dås måcht mi gånz kirre)
Klankalan – Ohrringe
Klåpan – Hände
Kreadn – Holzstapel (oberkärntnerisch)
Kreitlach – Kräuter
Kota – abwertend für Gerät oder Maschine auch: Krempl, aber auch Gefängniszelle
kuttan – lachen
Låfntål – Lavanttal
lai – nur (lai lafn losn – nur laufen lassen) (von slow. „le“ – „nur“)
Lei-lei – Faschingsruf in Villach wie zum Beispiel Kölle Alaaf in Deutschland
Lei losn, wiad schon pasn – Beruhigender Ausspruch
Leckn – Holzstapel (auch „Holzleckn“), (mittelkärntnerisch)
kan Lefl håbm – keine Lust haben
Lorka – einfältige Frau
Lota – (großer) Mann
Mankale – Männchen
a Masa – eine Menge
Mauchalan – Kriecherln (kl. Ringlotten), auch: Kriachalan
Masl – Glück
miachtln – stinken
Mugl, Mugale – Erdkuppe, kleiner Hügel
Munkn – einfache bäuerliche Speise aus geschrotetem Getreide (aus altslowenisch mo(n)ka – Mehl, heute slowenisch moka)
Murchn, Muachn – Flasche (Bier)
Notsch – Schwein
Notschale – Ferkel
Nugele – junge Rinder
obe – hinunter
Paludra – schlechtes Getränk
Pånzka – große Bohnen
pegatzl – ein bisschen
ne mau – siehe pegatzl
Pimpe – Penis
Pfitschale, Flitschale – eingebildetes, flatterhaftes Mädchen
Pfogga – Schlamm, Brei
Pipale – Küken
Pleampe, Pleampel – unbeholfener einfältiger Mensch
Plerénke – weinerliche Person
Pletza – Haumesser
Plotschn – großes Pflanzenblatt
Plutza – Kürbis; abwertend für: Kopf
Pogátschn – Weißbrot
Pomarantschn – Orange
potschasn – gemächlich (aus slow. „počasen“ – „langsam“)
Pópale – Kleinkind
Potsch – Kinderpopo; bzw. Påtsch(n): Reifenpanne
Pótschata – tollpatschige Person – potschat sein
Potúkl – Unsympathler (meist in der Wendung windischer Potukl)
Pregler – Schnaps
Pritsch – einfältiger, ungeschickter Mensch
Printschl – Bodensatz beim Sterz (Polenta)
Putscherl – Ferkel
Putschkn – Kerngehäuse (eines Apfels)
Pangn – dreckig-stinkender-unordentlicher Mensch
Pfreagn – Blasgerät zum Erzeugen von Geräuschen (Pfeife) vor allem für Kinder
Pölli – ungehobelter Mensch
Pölza – ein dummer Mensch
reamln – zubinden (Schuhe)
Reibn – Moped, allg. Maschine
Reindling – Kärntner Kuchen aus Germteig
rifln – durchkämmen
Roapa – Erdbeere („Rotbeere“)
Rumsn – schäbiges Lokal
saftln – saufen (meistens in Kombination mit Bier)
Sásaka – Verhacktes (aus slowenisch zaseka)
schabeln – masturbieren
Schalale (pl. Schalalan) – kleine Tasse (Kärntner Zungenbrecher: „Brauchts es ane Untatatzalan oda tans de Schalalan alaan aa?“ – „Braucht ihr auch Untertassen oder tun es Tassen alleine auch?“)
Schåln – Tasse
Schlatzalan – Murmeln
schlatzln – Murmeln spielen
Schnasn – Reihe
schmussn – küssen
Schrefl – Holzscheit
sege – jene : „Sege wol!“ → „Jenes ist Richtig“
sifln – rutschen
Stiazla – Landstreicher
Strankerln (Strankalan, Strankele) – Fisolen, grüne Bohnen (aus altslowenisch stro(n)k- Schote, Hülse, heute slowenisch strok)
tålkat – ungeschickt
Tampfl – Schlamm
Teggl – Schlamm
Teckn – Schaden
Tirkn – Mais
Tirkntschuatsch – Maiskolben
Tirkensterz – Sterz aus Maisgries
Tocker, Toka, Terz – dummer, einfältiger Mann/Jugendlicher
toldan – donnern
Tost – Einfaltspinsel, auch: Pflock
Treapn, Tresa – Dumme, einfältige Frau/Jugendliche
Tschalp – simpler Einfaltspinsel
Tschatsch – wertloses Zeug
Tscheafl – Schuhe, Patschen, Sandalen (aus slow. čevlje – Schuh)
Tscheafltaxi – zu Fuß
tschindan – krachen, zusammenstoßen (Do hots urdentlich getschindat – „da hat es ordentlich gekracht“)
tschinkat – krank
Tschinkl – Feitl, tradit. Taschenmesser
Tschriasche – dummer einfältiger Mensch (männlich), slow.
Tschreapm – Becher, Gefäß, kleiner Topf oder abfällige Bezeichnung für eine Frau (aus slow. črpina – Scherbe)
Tschoda – Haare (auch: Tschodern)
Tschåppale – tollpatschiger, ungeschickter Mensch
Tschompe – Pommes frites, Kartoffel
Tschumpe – abwertend für ungeschickte Person
Tschure – jemand, der trödelt, wird auch als Zeitwort verwendet (tschuren)
Tschugile – Kalb, Kühe
tschurn – trödeln
Tschurtschn – Depp, Zapfen ( z.B. von der Kiefer )
tupfn – beischlafen
Tutt(ala)n – (kleine) Brüste
Tuter (junger Tuter) – junger Kerl
urasi – verrückt (Då wiast jå urasi!)
vagachn – sich irren
Wabm – (alte) Frau (von slowen. baba ), verächtlich
Wásale – hilfsbedürftiges Kind
Wås weastn? – Frage des Kellners, was man denn gerne zu trinken bestellen möchte
Wauge, Wauke – Popel
Wechl – Tuch zum Aufwischen
Wegwågl – Feuersalamander
Windischa – veraltet (heute abwertend, da negativ konnotiert) für Kärntner Slowene
Wischpale – Zungenpfeife (wird verborgen zwischen Zunge und Vorderzähnen geblasen)
wischpln – flüstern
woggln – zittern
Zassa – Bewegung: der mocht kan Zasa mehr → der bewegt sich nicht mehr
zassn – streuen
Zachalan – Tränen („Zähren“); Zehen
Zachnt – Große Zehe
Zecka – Schultasche; gutmütiger Mensch
Zlózale (von slow. Celóvec, ma.[tslouts]) – scherzhaft für: Klagenfurter
Zloznduaf (von slow. Celovec) – scherzhaft für: Klagenfurt
Zockln – Holzpantoffeln
zwialn – klagen, jammern (aus slowenisch cviliti)
zwüln – in hohen Tönen schreien (Wås zwülst’n so!? – Warum schreist du denn so!?)
Zumpfale – Penis
Zumpl – einfältiger Mensch
Quellen [Bearbeiten]

↑ Slowenisches im Kärntnerischen
Literatur [Bearbeiten]

Matthias Lexer: Kärntisches Wörterbuch. 1862 (Digitalisat)

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