7 Jahre GAILTALNETZ – KULTURDATENBANK

Gailtaler, Gitschtaler und Lesachtaler Kunst & Kultur – Unser Kultur-Informationsservice, das Portal Gailtalnetz, wurde im Februar 2010 gegründet – seit März 2012 auch auf Facebook http://www.facebook.com/GailtalnetzKulturInformationsservice

Mensch und Natur

Vielen Bewohnern und Bewohnerinnen unseres Bezirkes ist nicht bekannt, das sich Frau Sieglinde Jank-Arrich literarisch nicht nur lyrisch, sondern auch sehr kritisch mit dem Weltgeschehen auseinandersetzt, inbesondere mit unserem Umgang mit der Natur.

Hier einige Texte, die damit einem größerer Kreis zugänglich werden.

Der folgende Text und die Bilder wurden uns im November 2011 zur Verfügung gestellt.

Die Autorin wohnte idamals noch m vielen Natur- und Wintersportliebhabern bekannten Dorf Tröpolach am Fuss der Schi- und  Wanderregion Nassfeld im Gailtal.

Als Anrainerin erlebte sie hautnah und schmerzlich, wie ein Stück Naturidylle den modernen Trends geopfert werden musste. Aus einer verträumten Wohnlage am Waldrand wurde so urplötzlich in Leben am Rande der bunten Freizeitgesellschaft mit ihrer Technisierung und mit ihrem auf Massenkonsum ausgerichteten Angebot.

Vor diesem Hintergrund ist zu verstehen, wie viel der Autorin intakte Natur bedeutet, wie kostbar für sie ihr selbst gestaltetes kleines Paradies ist.  

Für alle jene, die mit offenem Herzen lesen und in Verbindung zu Mutter Erde und zu Gottes schöner Natur stehen, wird auch zwischen den Zeilen zu lesen sein.

Ein noch nicht ganz überwundener Schmerz über den Verlust ist zu spüren, aber auch eine mutige, den – vorübergehenden – Übergriffen des noch unreifen Menschen trotzenden innere Haltung.

Ein sanfter Appell an die erst erwachende Menschheit zur Änderung der Einstellung gegenüber der gemarteten Natur.

Und schließlich findet sich hier die Beschreibung einer innigen Verbindung von Mensch und Natur, die so wie sie hier dargestellt ist, der gesamten Menschheit zum Vorbild gereichen sollte.

Wie immer ist es gerade die bewusst eingesetzte Schlichtheit in Sieglinde Janks Werken, die die Seele berührt.

(GS, Gailtalnetz)

Ein idyllisches Foto

Noch alles Natur, es darf sein wie es wächst und bietet dadurch den Tieren Heimat, Nahrung und Schutz. Gräser, Stauden wie Bäume, dazwischen ein exotisches Gewächs, welches sich mit den heimischen Gehölzen verträgt, zieren den Garten.

Die im Winde tanzenden Zweige laden den Naturliebhaber zum kurzen Verweilen ein.

Ein tausendfaches Summen ist unter den Bäumen zu vernehmen. Dies ist Musik für die Seele.

Dahinter stehen zwei Hütten aus Holz. Die kleinere Hütte wird von Zwergen bewacht. Fichtenbäume sowie ein hoher Trennzaun verbergen die dahinter liegenden kahlen Flächen für Autos und Busse. Vor vielen Jahren wurde der einstige Wald für Parklätze geopfert. Zum Wohle der Wirtschaft und ohne Rücksicht auf die nahen Bewohner und die Tiere des Waldes.

Eine Gebetsfahne tarnt sich als Wäscheleine zwischen den Bäumen und am Boden verwandelt sich ein Stamm von einer abgestorbenen Lärche wieder zur Erde. Dieser Lärchenstamm war einst Fressplatz für Spechte, denn hinter den Rinden hausten Käfer und Würmer. Hinterher öffneten die Spechte in den Löchern des Stammes die für sie täglich bereitgestellten Nüsse.

Dies war ein erfreulicher Anblick. Möge dieses Naturparadies noch lange in seiner jetzigen Schönheit erstrahlen.

Sieglinde Jank-Arrich

 

 

Liebe Mutter Erde

Bald
werden es
alle Menschen
erkannt haben,
dass Du
unser Lehr-
und Nährmutter bist.
Dann
werden sie wieder
ehrfurchtsvoll und achtsam
mit Dir umgehen.

Sieglinde Jank-Arrich


Der Schrei des Waldes

Ich bin der Schrei des Waldes.
Könnt ihr mein Klagen hören?
Es liegt noch in der Luft,
steigt auf zu den Gestirnen
und kommt in Verwandlung
zurück zur Mutter Erde.
Irgendwann.

Sieglinde Jank-Arrich

Viele Menschen
lassen sich
immer noch
in eine Form
zwingen,
ohne sich dessen
bewusst zu sein.

Sieglinde Jank-Arrich

O Mensch
du reicher, armer Tropf,
ergründe doch endlich
die Zeichen
der Zeit.
Kehre um
und fange selbst an
zu denken.

Sieglinde Jank-Arrich

Der Mensch
sowie die Ameise
tragen
ihre selbst auferlegte Last
mit sich herum.
Aber
sie wissen es nicht.

Sieglinde Jank-Arrich

Erst
wenn die Herrscher
der Welt
den Sinn des Lebens
erfassen,
ist dies der Anfang vom Frieden
in der Welt.

Sieglinde Jank-Arrich

Die Welt
ist geprägt
vom Verdecken
der Wahrheit.

Sieglinde Jank-Arrich

Kraft

Wenn die Kraft
eines Grashalmes
Betonwände sprengt,
welche Kräfte
müssen Gedanken haben
welche,
von vielen Menschen
zur selben Zeit gedacht,
auf ein einziges Ziel gerichtet sind:

Sie sprengen Mauern.

Sieglinde Jank-Arrich


Tierschutz

Der Mensch schützt die Tiere.
Doch
vor wem schützt er sie?

Der Freiheit beraubt,
hinter Gitter gesperrt,
und der Mensch sagt, er liebe die Tiere.

Die Tiere,
sie werden gefangen, gezähmt
und den Menschen zur Schau gestellt.
Was wäre, wenn es umgekehrt wäre?

Nur ein Gedanke
beruhigt mein Herz.
Nämlich:
Vielelicht glauben die Tiere
hinter den Gittern,
dass wir die Gefangenen sind.

Aus dem Buch „Nach langem Suchen“

Sieglinde Jank-Arrich

2015 entstand eine kleine illustrierte Broschüre mit einer Erzählung über den Gösseringgraben:

Im Wurzelwald

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