GAILTALNETZ – KULTURDATENBANK

Gailtaler, Gitschtaler und Lesachtaler Kunst & Kultur – Unser Kultur-Informationsservice, das Portal Gailtalnetz, wurde im Februar 2010 gegründet – seit März 2012 auch auf Facebook http://www.facebook.com/GailtalnetzKulturInformationsservice

Kultur in Ungarn

Kulturelle Situation in Ungarn – Sonderberichte 08 2012

Wer meint, wir Kulturschaffenden haben es in Kärnten schwer, der möge sich ein Bild von der aktuellen Situation in Ungarn machen, wie sie den Touristen nicht gezeigt wird.

Vor kurzem erreichten die folgenden Hilferufe eine burgenländischen Kulturredaktion:

Mail 2:

Sehr geehrte Frau Simetzberger!

Danke für ihr schnelles Antwort!
Die Hilfe soll eigentlich nicht finanziell sein, die Künstler wollen eher ein ruhiges Platz ausserhalb diese scheusslichen ungarischen Politik und Mentalität, was ihnen total fremd ist- der Mann lebte jahrelang in Deutschland ist auch deutscher Herkunft.
Sie würden gerne arbeiten, egal was, daneben können sie ja noch Kunst machen. Z.B.Hausmeister-Arbeit, putzen, Kindenbetreuung, Kurse halten ,etc.
Momentan haben Sie eine Ausstellung in Wien in der Galerie KOKO ,in Wien gibt es jedoch keine Möglichkeiten ,sie wollen lieber an ein kleines ruhiges Ort.
Sie brauchen eigentlich nur ein Ort wo sie anfangs vorübergehen hin könnten , um was anzufangen, sie sind fleissig und geschickt genug um dann zzurecht zu kommen..
Leider haben sie nicht genug Geld um momentan etwas zu mieten,denn wenn sie hätten würden sie keine Hilfe suchen.
Sie wollen keinesfalls in Ungarn bleiben ,haben die Nase voll von den ganzen politischen System.
Sie wollen nicht in ein Land bleiben wo die Kultur tot ist und wo die mehrheit der Menschen unintelligent sind und Künstler als „Nichtsnutz“ angesehen werden. Das ist leider so.
Es wurde schon versucht ,den beiden zu helfen, z.B. durch verschiedene Museum Direktoren die mit den Bürgermeister gesprochen haben, etc.sie sagten aber nur :“Obdachlosereheim“ oder so ähnliches. Was natürlich nicht in Frage kommt.
Sie gehören in der ungarischen Kultur zu den führenden ungarischen Künstler- das ist Tatsache- haben Arbeiten in den grössten Sammlungen, Nationalgalerie, andere Museen im Lande- trotz dessen werden sie nun als „Penner“ behandelt und das ist schon gegen die menschliche Würde, sie möcxhten sich wieder als MENSCH fühlen  nicht wie zweitrangige Bürger.
Jemand der woanders lebt kann sich gar nicht vorstellen was hier so los ist.
Sie brauchen also nur ein ganz kleine Hilfe um iirgendwo anfangs bleiben zu können, alles andere erledigen sie schon selbst- der Mann beherrscht die deutsche Sprache, ist sehr fleissig, geschickt, vielseitig begabt.
Z.B. eine kleine bescheidene Wohnung, Zimmer ,wo sie anfangs sein könnten, dann wollen sie arbeiten-egal was ,muss keine Kunst sein umbedingt, denn das kann man auch nebenbei üben.
Sie sind weder behindert noch faul wollen niemanden ausnutzen brauchen nur ein kleines „Schubs“ anfangs.
Ich bedanke mich bei Ihnen herzlichst dass Sie so schnell geantwortet haben, und versuchen zu helfen.
Mit freundlichen Grüssen
Zoe Szilagyi

——-
Mail 1:

Name: szilagyizeva
E-Mail : zoepit@gmail.com
Webseite: https://picasaweb.google.com/113827211304097791218/ZeesZoltanSandorGraphics
Nachricht: Künstlerehepaar aus Ungarn- eine Bildhauerin und ein Grafiker/Objektkünsler-  (schon älter aber jugendlich geblieben) waren  in Ungarn bedeutende und führende Künstler jahrelang (ihre Werke befinden sich in verschiedene Museen ,sogar in der ungarische Nationalgalerie) sind wegen die neue anti-Kulturpolitik der ungarischen Regierung in verzweifelte Lage geraten: sie wurden obdachlos!
Die Kunst Sandor Zoltans können Sie hier anschauen:
https://picasaweb.google.com/113827211304097791218/ZeesZoltanSandorGraphics
Sie bekommen insgesamt monatlich 150 Euros. Das reicht bei ungarischen Preisen für gar nichts!
Die billigste Wohnungsmiete  in Ungarn ist monatlich ca.180 Euros.
Die ganze Kunstmarkt ist total zusammengebrochen. Früher es waren viele Galeristen und Sammlern da ,aber das gibt es nicht mehr.
Sie suchen nun Möglichkeiten in Burgenland, könnten z.B. Kurse halten, aber sind auch an anderen Möglichkeiten offen- z.B. putzen, Hausmeisterarbeiten usw.usw. mit bescheidenen Wohnmöglichkeit.
Der Mann lebte früher in Deutschland hat also gute deutschkentnisse.
Wenn Sie eine Idee haben an wen sie sich wenden könnten wäre ich dafür sehr dankbar!
Mit freundlichen Grüssen
Eva Zoe Szilagyi
Malerin aus Ungarn

Nach kurzer intensiver Recherche war klar: Hier musste geholfen werden.

Ein Rundschreiben an zahlreiche Kulturadressen ging hinaus, ein zweites Rundschreiben… und es kam nur EINE Antwort, aber die war positiv! Sie kam aus dem Gailtal. Als ehemalige Gailtalerin war ich zu Tränen gerührt.

Es stellte sich heraus, dass es sich bei der Verfasserin des Schreibens um die Tochter des genannten Malers und Grafikers handelt und dass diese ebenfalls eine ganz erstaunliche Persönlichkeit und Malerin ist. Bei der Bildhauerin
handelt es sich um die zweite Gattin des Künstlers, Ildiko. Diese hattes alles versucht, alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihren Leuten zu helfen, obwohl sie auch unter Bedingungen lebt, die für uns unvorstellbar sind.

Während der Herbergsuche und der Suche nach humanitärer Ersthilfe stellte ich fest, dass es hier allerorten sofort Unzuständigkeitserklärungen gibt, aber keine Institution hilft, in einer konkreten Situation nach einer Lösung zu suchen.

Hilfe konnte also nur von privater Seite aus erfolgen, von Menschen mit offenen Herzen, von Menschen, die über ihren eigenen Schatten springen, da sie für eine solchen Einsatz gewaltig viel Kraft und Zivilcourage benötigen. Nicht dass es illegal wäre… die Ungarn sind EU-Bürger und dürfen ganz legal nach Österreich einreisen, gelten als Touristen, können für eine Aufenthaltsdauer von drei Monaten auch völlig problemlos eine arbeit aufnehmen. Oh nein, das Problem ist vielmehr die „öffentliche Meinung“ – Nachbarn, die darüber ätzen würden, blöde Bemerkungen fallen lassen würden. Was ist das doch für eine Welt, in der Menschen als gottlos eingestuft werden, weil sie dem Kirchengeläute aus dem Weg gehen, aber Menschen verhöhnt werden, die ein offenes Herz haben und helfen!

Daher möchten die Gastgeber auch keine Behörde um Unterstützung bitten und keine Medien einschalten.

Der Besuch der ungarischen Künstlerkollegen erfolgt auf Zeit – und es ist ein Weg zu finden, wie es weitergehen soll.

Schon bietet sich abermals Hilfe an. Verspätet – als de Anreise bereits beschlossen war – wurde ein weiteres Quartier in Pinkafeld angeboten. Und nun lieferte gerade eine Künstlerin aus dem Nachbarbezirk Spittal wertvolle Hinweise, an wen sich die beiden Künstler noch wenden können.

Diese möchten gerne einen Ausgleich für die Gastfreundschaft schaffen – durch eigene Werke, durch Mithilfe bw. Arbeiten, durch Weitergabe ihrer Kenntnisse, in Form von Auftragswerken – kurzum, in welcher Art auch immer.

Nach Berichten der Gastgeberfamilie sind die beiden überglücklich und dankbar für die Aufnahme, erholen sich von ihrer schlimmen Zeit und sind wunderbare, niveauvolle Leute. Während Zoltan bereits die deutsche Sprache beherrscht, lernt Ildiko eifrigst, um sich verständigen zu können.

Nun verhält es sich so, dass die Gastgeber für alles, was anfällt, aufkommen – für Kost, Quartier, auch für die vorgeschriebene Kurtaxe (!) im Ort. Es wäre daher ein Zeichen der Solidarität, diese herzensguten Menschen zu unterstützen, wobei jeder auch noch so kleine Betrag hilft.

Doch nicht nur Geld ist Hilfe – auch Einladungen, Anerkennung, Aufträge, ein Ankauf, Sachspenden, nützliche Hinweise.

Hier das vorübergehend eingerichtete Spendenkonto – Geld ist halt doch eine große Hilfe.

Spendenkonto – Beträge mit dem Stichwort/Verwendungszweck “UNGARN” werden zu 100 % an die Not befindliche Künstlerfamilie weitergeleitet:

Kontowortlaut:  Dr. Lygia Simetzberger, BLZ 60000, Nr. 81,070.602

Info

Sandor Zoltan „Zees“ & Ildiko Nagy – artists/képzőművészek/Künstler
Werke und Biografien:
WERKE:
https://picasaweb.google.com/113827211304097791218/2011Nov28ZEESCOLLAGEN

https://picasaweb.google.com/113827211304097791218/ZoltanCollages

https://picasaweb.google.com/113827211304097791218/ZeesZoltanSandorGraphics

https://picasaweb.google.com/113827211304097791218/ArtOfZeesAndIldiko

Zoltán Sándor -”ZÉES”

[Balássy Zoltán]
ARTIST
(Budapest, 1943. )
Born in 1943 in Budapest-Hungary.Visited the Desi Huber art-school from 1966-1968.
Studies: by artist Endre Balint and Maria Szilagyi.
He was known as Zoltan Balassy until 1978. Later he changed his name to Sandor Zoltan.
From 1978 ’til 1985 he lived in West-Germany, since 1994 lives and works in Gyor-Hungary.
He became well-known in the ’70′s with his surrealistic collages ,inspirated by the works Max Ernst and Endre Balint. He found his own style with the so-called „box-art”, he makes art objects from different matters, surrealistic atmosphered spaces and rooms in small boxes. They remind the viewer on panoptikums, dollhouses, little altars or stage mock-ups.
He often uses torsos, toys, pieces of mirror ,founded photos, and artistic reproductions. His box-art is near to the french new realists, the american pop-art assemblages too.His masters in art:Endre Balint, Maria Szilagyi.
He had lots of exhibitions in Hungary and other countries too.
(from: artportal.hu)AUS DER ZEITSCHRIFT „LEBEN UND LITERATUR“:

“ Obwohl Sandor Zoltan-„Zees”-auf der beste ungarische Kunst-Seite artportal.hu als Grafiker bezeichnet wird, ist er jedoch von seinen Objektkunst am besten bekannt- seine Arbeit wird von Vielseitigkeit und technische Freiheit am meisten gekennzeichnet.
Neben den Objekten macht er auch Grafiken, Zeichnungen, Monotypien, Skulpturen und sogar Gemälde.

Aus merkwürdigen Teilen und zueinander gar nicht passend aussehenden Stückchen erstehen Collagen, Hommagen vor den weit entfernten Meister, Max Ernst.

„Zees” hat sogar ein in Gyor erscheinendes Album mit dem Titel Ergänzungsband im Erinnerung an Max Ernst in dem er die Geschichte von der Erstehung dieser Collagen erzählt.
Um 1976 herum – in Zeiten als es sich in Ungarn nicht gerade „gehörte” über Surrealismus zu sprechen – hat er sich dazu entschlossen, daß er aus den in Antikvarien billig aufgekauften Büchern mit Hilfe von Schere und Klebstoff Bilder komponieren wird. Diese neue Bilder sind die Fortsetzungen diese vor 35 Jahren angefangenen Ideen.
In diesen Bildern sind, wie der Künstler sagt, die Variationen der Anklebungen und Ergänzungen unbeschränkt und frei.Das diese jetzt neu reproduzierte Bilder aus alten Drucken erstanden sind macht diese Werke so einheitlich und rätselhaft. Je länger ich sie mir anschaue umso weniger verstehe ich, wie sie wohl technisch erstanden sind , man kann (wenn überhaupt) kaum sehen wo der eine beendet und die andere anfängt. Obwohl sich da sehr merkwürdige und ungewöhnliche Szenen vor unseren Augen entfalten .Das macht die Collagen von Zees so zauberhaft und surreal – denn, wenn wir nicht damit im Bilde sein sollen, daß das irreale Szenen sind – der „Zufälligen Zusammentreff von Nähmaschine und der Regenschirm auf dem Sezierertisch”, könnten wir ja glauben, das wären reale Szenen , so echt wirken sie , so sehr passen sie zusammen- nicht nur technisch sondern auch geistlich.
Wir müssen sie nicht enträtseln , es reicht wenn wir zulassen daß unsere Gedanken umherschweifen , einfach losgehen , inspiriert duch die visuellen Eindrücken.Übrigens, wo ich mir sie besser ansehe merke ich daß sogar Nähmaschine und Sezierertisch als Collagen-Elementen (wahrscheinlich als Andeutung) auf manchen der Bilder auftauchen.“

( Laszlo Lugo Lugosi über Zoltan Sandor „ZEES“im Literaturzeitschrift „ÉLET ÉS IRODALOM“/ Leben und Literatur)

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ILDIKO NAGY SCULPTOR

– Ildiko Nagy, sculptor from Gyor/HU, makes art since 1989.

As an independent artist, she sees the works of the monumental historical art as her ideals., first of all the etrusks,or the south-american indian art.
Beneath the primal style of aboriginal art she also gets inspirations from Giacommettis works.
From all of her artworks you can feel her routine with the material and modelling, in small but also in great monumental sizes.

Ildiko Nagy always thinks in series. Since 2000 , in every exhibition she has a different theme she wants to show. After her gladiator figures , that she exhibited in 2004, now she shows us a wax-made technic bronze-group, a little bigger size than usual, all in chromeoxid green color.

Her smaller figures made in angular forms are very strong, meaningful, authentic and monumentaly in their modesty.

/From:MUSEUM.HU/


Persönliches Sandor Zoltan „Zees“ and his wife, Ildiko Nagy are 2 hungarian artists who make objects, sculptures, paintings etc.
Zees – born in Budapest-Hungary, lived many years in Germany (Müleim/Ruhr, Essen) travelled a lot and made exhibitions all over.
His wife Ildiko makes small, ritual sculptures in the style of native art – and sometimes small paintings too.
You can find their artworks in the greatest hungarian art-collectors-collections and in other countries too.
If you are interested in their art, or you know an opportunity for them for an exhibition in any country, just write me a message and i’ll send you their telephone number via mail!
Contact:
zoepit@gmail.com

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