7 Jahre GAILTALNETZ – KULTURDATENBANK

Gailtaler, Gitschtaler und Lesachtaler Kunst & Kultur – Unser Kultur-Informationsservice, das Portal Gailtalnetz, wurde im Februar 2010 gegründet – seit März 2012 auch auf Facebook http://www.facebook.com/GailtalnetzKulturInformationsservice

Sagen der Region

http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/kaernten/Graber/st_stefan_gailtal.html

http://www.sagen.at/texte/sagen/schulprojekte/lesachtal/lesachtal.html

Gitschtaler Sagenstein (Projekt von Goldkünstler Johannes Angerbauer):
http://www.youtube.com/watch?v=dAyR7QGrZhI

Quelle: http://www.koemau.com (Kötschach-Mauthen-Website)

Sagen & Märchen
Gail- und Lesachtal sind voll von Geschichten, Sagen und Märchen. Nicht nur in der Schule, auch die Alten erzählen von Ahnfrauen, dem Teufel und vom Gold. Aber bitte, lesen Sie selbst.

Die Schintemunt Alm

Zwei Hirten auf der Plöcken im Gailtal führten ein gar übermütiges Leben. Sie machten aus Reisig und Stroh ein Männlein und nannten es Hansel. Dem gaben sie von allem, was sie aßen und tranken, und hielten es wie einen Menschen, so daß viel edle Gottesgabe verwüstet ward. Eines Abends, da sie schon mit dem Halterbuben zu Bette lagen, fiel es ihnen ein, daß der Hansel noch kein Abendessen bekommen hatte, worauf sie hinausgingen und dem Strohmännlein eine volle Schüssel vorsetzten. Aber zu ihrem Schreck hub das Männlein wirklich zu essen an und regte und bewegte sich. Sie flohen hurtig in die Kammer und schoben den schuldlosen Buben im Bette vor. Jetzt polterte das Strohmännlein die Türe herein, griff über das Bett und schrie: Den ersten fint i, den zweiten schint i, den dritten wirf i iber die Hitten abaus. Und so geschah es. Seitdem heißt der Ort die Schintemunt-Alm.

Franz Pehr, Kärntner Sagen. Klagenfurt 1913, 5. Auflage, Klagenfurt 1960, Nr. 70, S. 143

Das Gold im Reiskofel

Im Reißkofel war vor alters ein reiches Lager von Gold. Das Erz kam in die Sausing; dort standen große Schmelzwerke. Ein überaus großer und gescheiter Herr betrieb den Bau und versprach den Arbeitern reichen Lohn; aber er war zu geizig und hielt sein Versprechen nicht. Da verfluchten ihn die Knappen und Schmelzer und wünschten ihm, daß das Gold im Reißkofel verschwände; seitdem ist nichts mehr darin. Der verwünschte Bergherr von Sausing aber soll der Felsvorsprung sein, der westlich vom Reißkofel steht und „das stanerne Mandl“ genannt wird.

Im Reißkofel, heißt es, ist ein großer See und von den Wänden hängen Goldzapfen herab; der Eingang ist schwer zu finden und öffnet sich nur dem, der zur guten Stunde kommt und den rechten Spruch kennt. Alljährlich sah man einen Walischen kommen; er stieg zum Kofel hinauf und ging schwerbeladen davon. Ein Neugieriger schlich ihm einmal nach, erlauschte den Spruch, und als der Walische aus dem Kogel herauskam und über die Felsen hinunterstieg, schlich er sich hin, sagte den Spruch und der Felsen öffnete sich. Auf allen vieren kroch er durch die Öffnung hinein. Ach, welche Herrlichkeit! Über dem weiten, dunklen See hing lauteres Gold in schweren Zapfen. Auch ein Schifflein war da; er stieg hinein, als er aber in die Mitte des Sees kam und seine Hand nach den Goldzapfen ausstrecken wollte – da wurde es ringsum lebendig, kleine Männchen schwammen herbei und hingen sich an den Kahn, daß er umschlug, und der arme Mann fiel in den See. Doch soll er nicht ertrunken sein. Wo’s in der Tiefe sprudelt und rauscht, da hat es ihn hinabgezogen, immer tiefer und tiefer, bis er in einer ganz fremden Gegend wieder ans Tageslicht kam.

Franz Pehr, Kärntner Sagen. Klagenfurt 1913, 5. Auflage, Klagenfurt 1960, Nr. 68, S. 141

Die Wallfahrt

Ein Brauch in Rangersdorf im Mölltal ist die Wallfahrt nach Kötschach, die zu Christi Himmelfahrt auf Grund eines alten Gelöbnisses durchgeführt wird. In fern vergangener Zeit wurde Jahre hindurch auf Grund schlechter und kalter Witterung das Getreide bei uns nur bis an die Mitterberge (etwa Höhe Ranner, Friedl, Egger) reif. Da diese jahrelangen Getreideausfälle eine Hungersnot auslösten, legte die Bevölkerung von Stall das Gelöbnis ab, jedes Jahr zu Christi Himmelfahrt eine dreitägige Wallfahrt nach Kötschach im Gailtal zu machen, wenn das Getreide wieder ausreifte. Dieses Gelöbnis hat man bis heute immer gehalten, und das Getreide ist seither auch immer reif geworden.

Geistertrug

Gottlieb Rieper war Schustermeister in St. Lorenzen im Lesachtal und hieß allgemein das „Schustermatile“. Oft ging er zu den Bauern der Nachbarschaft auf die „Stör“. Einmal arbeitete er mit seinen Gesellen in Stabenthein. In dem Hause trieb schon seit langer Zeit ein Geist sein Unwesen. Des Abends begab sich der Meister nach getaner Arbeit mit seinen Gesellen zur Ruhe. Da hörten sie den Geist über die Stiege herunterrasseln, ohne etwas zu sehen. Es klang genauso, als wenn der Geist über die Stufen herunter einen gefrorenen Kittel nachzöge. Einige Tage später hatten sie ihre Arbeit beendet und begaben sich mit einbrechender Dämmerung in den Heustadel, um dort zu schlafen, da sie zeitlich am Morgen aufbrechen und nach Niedergail in Arbeit gehen wollten. Als das Matile in dieser Nacht einmal erwachte, war das ganze Haus beleuchtet. Es glaubte, dass die Hausleute schon aufgestanden seien und weckte die Burschen: „Steht auf, die Leute sind schon auf, und wir liegen noch da.“ Nun eilten sie fort, um noch rechtzeitig nach Niedergail zur Arbeit zu kommen. Aber das Dorf lag noch in tiefer Finsternis, kein Lichtlein leuchtete ihnen entgegen. Wie sie jetzt auf die Uhr schauten, war es erst ein Uhr nach Mitternacht. Der Geist in Stabenthein hatte sie betrogen.

Quelle: Sagen und Geschichten aus dem Lesachtal, gesammelt und niedergeschrieben von den Schülern der 2. Klasse der Hauptschule Lesachtal Schuljahr 2000/2001, unter den Anleitungen von Hans Guggenberger und Edith Unterguggenberger

Teufel in Wodmaier

Am Fuße der Plenge liegt das kleine Örtchen Wodmaier, wo sich folgende Geschichte zugetragen haben soll. Zwei Bauernbuam lebten dort mit ihren Eltern. Die Eltern waren redliche, gottesfürchtige Leute, was man von den beiden Söhnen Hansl und Seppl nicht behaupten konnte. Sie verdienten sich ihr Geld bei der Holzarbeit. Während Vater und Mutter sonntags in die weit entfernte Kirche gingen, schlichen sich die beiden Burschen in den Wald. Ihre größte Freude war es, dem Wild aufzulauern und es hinterhältig abzuschießen. Das Waidmannsglück war ihnen aber nur selten beschieden. Deshalb kamen sie auf die unsinnige Idee, mit dem Teufel in Verbindung zu treten. Hansl, der im Besitz eines geheimen Buches war, versuchte mit allerlei dunklen Mitteln, den Teufel zu bewegen ihnen zu helfen. Vorerst waren alle Beschwörungen vergebens. Aber an einem Sonntagnachmittag trat ein grüngekleideter, junger Mann in die Küche, wo die Mutter gerade beim Abwaschen war. Er verlangte, mit ihren beiden Söhnen zu sprechen.

Daraufhin schickte sie ihn in die Kammer, wo die Söhne ihren Mittagsschlaf hielten. Nach einer Weile hörte die Mutter ein fürchterliches Gepolter. Voller Angst und Entsetzen lief sie sogleich nach oben um den Grund dieses Lärms zu erfahren. Als sie in die Kammer trat, sah sie ihre Söhne mit kreidebleichen Gesichtern auf dem Bettrand sitzen, den jungen, grüngekleideten Herrn von vorher konnte sie jedoch nirgends entdecken. Seit dieser Begegnung war den beiden Holzfällern das Waidmannsheil hold. Waren sie bei der Holzarbeit und schliefen mit anderen Holzfällern in einer „Holzknechthütte“, so ereigneten sich gar seltsame Dinge. Hansl und Seppl konnten nicht schlafen, wälzten sich auf ihren Lagern hin und her und stöhnten. Es hörte sich folgendermaßen an: „Jetzt ist er schon wieder da! Verschwinde! Lass mich in Ruhe!“ Sie meinten den Teufel, der sie Nacht für Nacht belästigte und den sie auch sahen, manchmal in Gestalt eines roten Schweines, manchmal auch nur seinen Schatten. Zuerst fanden es Hansl und Seppl noch sehr lustig, jede Nacht das prächtigste Wild, das vor ihnen immer stillstand, zu erlegen. Mit der Zeit wurde ihnen das alles unheimlich. Auf Grund dessen beschlossen sie, den Pfarrer um Rat zu fragen. Nachdem die beiden alles gebeichtet hatten, riet ihnen der Pfarrer nach Maria Luschari zu pilgern, denn nur so könnten sie vom Fluch befreit werden. So brachen sie mit ihrem Taufpaten an einem der darauf folgenden Sonntage zum bekannten Wallfahrtsort auf. Am Bahnhof in Kötschach sahen die beiden Brüder den Teufel wieder und so sagte einer im dreisten Ton zu ihm: „Åber du kånnst dir deine Fåhrkårte selber kaufen.“ So wusste es nachher ihr Taufpate zu erzählen, der allerdings den „Bösen“ nicht gesehen hatte. In Maria Luschari erbaten sie die ersehnte Erlösung vom Teufel. Doch er hinterließ sichtbare Spuren mit seinen Krallen auf der Brust vom Hansl, der die Verbindung mit dem „Gottverdammten“ hergestellt hatte.

Ab diesem Tag gelobten beide ein frommes und got-tesfürchtiges Leben zu führen. Am Sterbebett soll der Ältere der beiden Arges durchgemacht haben, wusste der Pfarrer, der ihm zu dieser Stunde beistand, zu berichten. Heute erzählt man sich noch, dass das Pferd, das den Sarg dieses Verstorbenen zur Kirche brachte, so schwer gezogen hätte, dass es am ganzen Körper geschwitzt hätte. Nach dem Ausspannen bei der Kirche sei es ausgerissen und sofort allein nach Hause galoppiert.

Quelle: Sagen und Geschichten aus dem Lesachtal, gesammelt und niedergeschrieben von den Schülern der 2. Klasse der Hauptschule Lesachtal Schuljahr 2000/2001, unter den Anleitungen von Hans Guggenberger und Edith Unterguggenberger

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