7 Jahre GAILTALNETZ – KULTURDATENBANK

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Krendeln

Kärntner Nudeln werden „gekrendelt“…

Achtung: Namensverwirrung. Es gibt in Unterkärnten kleinere Kärntner Nudeln, in Oberkärnten sind sie fast faustgroß, deshalb sind sie im Oberen Gailtal auch als „Faustnudeln“ bekannt.

Hier einige Bilder von einem Krendl-Privatworkshop für den Familiennachwuchs bei Frau Helene Pilz in Hermagor, 2015.

Rezepte gibt es eine Vielzahl online, hier beispielsweise:

http://www.ichkoche.at/kaerntner-kasnudeln-mit-topfen-erdaepfel-fuelle-rezept-2648

Kärntner Kasnudeln: Die Zugabe von Kräutern ist eine eigene Wissenschaft… Kärntner Nudelminze (eine braune Minze) ist obligatorisch, ebenso sollte Petersilie und frischer gehacktea Kerbelkraut (Keferfil) hinein. Selbstverständlich Salz. Hinzugegeben werden können in die Fülle 1 Ei, Pfeffer, nach Belieben eine Spur Knoblauch, ganz wenig Kümmel (ist unüblich). Manchmal wir feingeschnittener Porree hinzugegeben.

Aufgewärmte Kasnudeln werden vonmanchen Kennern noch mehr geschötzt. Dazu werden ausgekühlte Nudeln grob in Stücke geschnitten  zum Verlängern können in Butterschmalz angeröstete Zwiebeln bzw. Rührei hinzugegeben werden.

Gebräuchlich ist auch ein Dreifach-Teller, bestehend aus einer Kasnudeln, einer Fleischnudel (Fleischfülle) und einer „süßen“ Nudel (Kletzennudel). Zu den salzigen Nudeln in Butterschmalz, die mit grünen Kräutern bestreut angerichtet werden, wird gern grüner Salat gereicht.

Zur Hochblüte entwickelt haben die Kunst der Kärntner-Nudel-Fertigung die Schwestern Daberer, die das beliebte Gasthaus Grünwald in St. Daniel im Oberen Gailtal leiten. Einmal im Jahr gibt es bei ihnen das „Nudl Kudl Mudl“ mit einer Vielzahl von köstlichsten Geschmackvariationen – auch Mini-Nudeln gibt es – da braucht man schon besonders geschickte Hände! Ganzjährig gibt es einige besonders beliebte Sorten.

Krendln lernen in der Genusswerkstatt Sonnleitner

„A Madl, des net krendeln konn, des kriagt kan Monn“, heißt es auf gut kärntnerisch. Wobei man unter Krendeln die Kunst versteht, eine Kärntner Käsnudel so zu verschließen, dass sie nicht nur dichthält, sondern auch ein kleines ornamentales Kunstwerk darstellt. Die Kasnudeln scheinen in Kärnten jedoch nicht nur, was die Ornamentik betrifft, ein veritabler Indikator für die Beziehungen zwischen den Geschlechtern zu sein. „Der Bua, der sei Dirndle beim Tanzen net halst, ist grod wie die Bäuerin, dö die Nudeln net schmalzt“, lautet eine alte Kärntner Weisheit. Und wenn sich die erotischen Bande zwischen Bauer und Bäuerin später einmal etwas abgekühlt haben, so bleibt den Männern immer noch die Hitze der Kasnudeln, wenn die Bäuerin über den Hof ruft:

„Kemt´s lei bald, kemt´s lei bald, de Nudl werd´n kalt, Nudl werd´n kalt!“

Alexander Micheu, Villach, trug diese Informationen im obigen Artikel zusammen.

Fotos von Manfred Schluder:

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