GAILTALNETZ – KULTURDATENBANK

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Krampus und Nikolo

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Perchten sind in unsere Region nicht traditionell. Diese wilden Gestalten, die eigentlich ursprünglich ihr Unwesen in der Rauhnächten zwischen Weihnacht und Dreikönigstag in manchen Regionen Österreichs treiben, verdrängen die zotteligen Krampusse, die früher hier den Nikolo oder Nikolaus begleiteten. Diese Krampusse hatten biweilen nur geschwärzte Gesichter, mitunter waren sie maskiert, aber sie nicht mit den riesigen geschnitzten Holzmasken. Wer sich dafür näher interessiert, findet darüber gute Erläuterungen im Internet, auch im Vergleich mit Bräuchen in anderen Ländern.

Die abgebildeten drei Figuren aus Backteig sind eine drollige Besonderheit in Hermagor. Man bezeichnet sie als „Bartl“, eine andere Bezeichnung für den Krampus. Mir wurde dazu auch gesagt, dass der „Bartl“ eine sanftere Version des Krampus ist, der den Nikolo begleitet, nur eine Rute bei sich hat und eine Butte trägt, abder niemandem etwas tut.

In meiner Kindheit war häufig die rede von den besonders schlimmen und gefährlichen Krampussen,  die aus Tischlwang (Timau in Friaul) über den Plöckenpass heraufkämen. Ich kann mir bis heute nicht vorstellen, warum sich sich jemand diese weite Anreise angetan hätte, denn früher war man ja nicht so motorisiert wie heute. Vermutlich war dies nur eine „schwarzpädagogische“ Drohung, damit sich die Kinder fürchten und brav sind. Es wurde aber scherzhaft übermittelt, also fürchtete sich wohl niemand wirklich und sollte eher nur die Fantasie angeregt werden, so wie man heute Hoorogeschichten mag.

Ein nettes Brauchtum waren die „Vorläufer“, die es nicht mehr zu geben scheint. An den Tagen vor dem Nikoloabend war es Brauch, dass  Kinder bei einbrechender Subkelheit durhc die Gassen liefen und mit kleinen Kuhschellen „klunkerten“, sozusagen als Einstimmung und Vorgeschmack auf die „echten“ Krampusse, die sich am Abend des 5. Dezember austobten und den Nikolo begleiteten.

Die Krampusse zogen einst auch förmlich in Rudeln durch die Gassen und löschten ihren Durst im Gasthaus bzw. bekamen bei Häusern Alkohol angeboten, wenn sie anklopften. Das führte mitunter zu Exzessen und Gewalttätigkeit. Sie hatten lange Birkenruten und trugen Ketten, mit denen sie furchterregend rasselten. Es soll einmal zu einem folgenschweren Vorfall durch eine solche Kette gekommen sein, weshalb das Tragen von Ketten nun verboten ist.

 

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