7 Jahre GAILTALNETZ – KULTURDATENBANK

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Der Palmbuschen

IMG_7228Mehr und mehr geht die alte Kunst des Palmbuschen-Bindens verloren. Auch war bzw. ist der Brauch von Region zu Region verschieden.

Wir sind keine Volkskundler. Hier wird nur fotografisch festgehalten, wie ein typischer Palmbuschen (auch Palmbesen genannt) in Hermagor vor einigen Jahren aussah.

Ich habe in Erinnerung, dass es weit größere Palmbuschen gab, an langen Stangen, die Burschen kamen damit kaum beim Kircheineingang hinein. Die wesentlichen Bestandteile waren Weiden (Palmkätzchen) und Wacholderzweige (Kranewett, Kranebitt). Auf Weidenruten wurdIMG_7230en Äpfel und Orangen aufgespiesst. Am oberen Ende wurden sie zusammengebunden. Bunte Schleifen und Zuckerln (Süßigkeiten) wurden als Dekoration verwendet, mitunter auch kleine Brezel.

Mein Großvater verband den Buschen mit der Tragestange mit einem dreifachen Weidengeflecht.So etwas mit weit ich mich erinnere, sollte dies die Heilige Dreifaltigkeit symbolisieren. Vermutlich handelt es sich um einen Fruchtbarkeitsbrauch, dIMG_7231er bereits vor der Christianisierung gepflegt wurde. Mein Eltern pflegten den Brauch auch noch weiter, doch die Palmbuschen wurden „vereinfacht“.
Der Palmbuschen wurde von den Kindern in die Kirche getragen und geweiht. Nach dem Kirchgang musste man im Uhrzeigersinn dreimal mit dem Palmbuschen (Palmbesen) um das Wohnhaus gehen. Das sollte Schutz bis zur nächsten Palmweihe geben…

Man sagt den geweihten Palmkätzchen Heilkräfte nach. Das Schlucken eines Palmkätzchens war also „Medizin“ und sollte dafür sorgen, dass man das ganze Jahr gesund bleibt. Dazu kann nicht nichts sagen, in unserer Familie wurde dies nicht praktiziert.

Die Fotos stammen aus meinem IMG_7229
privaten Fundus: Für die Enkelkinder fabrizierten die Hermagorer Eduard und Helene Pilz.die Palmbuschen (Palmbesen).

 

 

 

Literatur:

http://www.wasserwald.at/gailtal-tipps-osterbrauche-kultur/

http://www.regionalkultur.at/Brauchtum_c.php?Autor=3&Festtag=63

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