7 Jahre GAILTALNETZ – KULTURDATENBANK

Gailtaler, Gitschtaler und Lesachtaler Kunst & Kultur – Unser Kultur-Informationsservice, das Portal Gailtalnetz, wurde im Februar 2010 gegründet – seit März 2012 auch auf Facebook http://www.facebook.com/GailtalnetzKulturInformationsservice

Brotbacken

B R O T F E S T: www.brotfest.at

Artikel über den Lesachtalter Brotbackofen in Japan

Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich (Quelle: Nationalagentur Unesco)

Lesachtaler Brotherstellung

Antragsteller: Lesachtaler Mühlenverein und Kulturvereine Liesing, Mario Lugger und Hans Guggenberger
Bundesland: Kärnten
Bereich: Traditionelles Handwerk
Aufnahmejahr: 2010

Die Tradition der Brotherstellung im Lesachtal, insbesondere in den Gemeinden Maria Luggau und Liesing, umfasst den Getreideanbau und die Gewinnung des Korns in einer Bergbauernregion, das notwendige Wissen zum Bau von Mühlen, spezielle Dialektausdrücke, Rituale (wie zum Beispiel das Zeichnen von drei Kreuzen vor dem Anschneiden des Brotes oder das Stecken eines Palmkreuzchens in den Acker) sowie das jährliche Mühlenfest in Maria Luggau und das Lesachtaler Dorf- und Brotfest.

Mit allen genannten Bereichen ist ein spezieller Sprachschatz verbunden. Die Dialektausdrücke bleiben nur in Gebrauch, solange diese Tätigkeiten auch ausgeführt werden. Das jährlich im August stattfindende Mühlenfest in Maria Luggau sowie das Lesachtaler Dorf- und Brotfest am ersten Septemberwochenende stellen Beiträge zur regionalen Vermittlung der Bedeutung dieser Tradition dar.

Links

Homepage der Lesachtaler Brotherstellung
Informationen zu Maria Luggau (Mühlenweg, Mühlenfest etc.)

Folgender Text stammt von der Webseite Austria-Forum und entstand in Zusammenabreit mit ServusTV (im Original auch mit Brot-Abbildungen, es gibt dort auch einen Video-Clip dazu)

Das Lesachtal – sozusagen die „Fortsetzung“ des Tiroler Gailtales (von Maria Luggau bis Kötschach-Mauthen; Maria Luggau gehört zu Kärnten, alle anderen Orte zu Osttirol) – wird auch heute noch das „Tal der 100 Mühlen“ genannt. Die Tradition der Mühlen reicht über 200 Jahre zurück; in der Blütezeit klapperten hier an die 200 Mühlen am rauschenden Bach.
Noch immer drehen sich die Wassermühlen, gemäht wird nur per Hand, und die Herstellung des Lesachtaler Brotes, der Spezialität des Tales, wurde von der von der Österreichischen UNESCO-Kommission in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen!

(Gemeinsam mit der Reitkunst der Spanischen Hofreitschule, den Ferlacher Büchsenmachern, der Bleiberger Knappenkultur, den Slowenischen Flur- und Hofnamen, der Fasnacht in Imst – Schemenlauf, dem traditionellen Salzkammergut-Vogelfang, dem burgenländischer Indigo-Handblaudruck u.a.m.)

Brot als Teil des Lebens hat eine fast mythische Bedeutung – gerade im Lesachtal ist Brot mehr als nur ein Lebensmittel.

Das Wissen „vom Korn bis zum Brot“ wurde über Jahrhunderte von Generation zu Generation weiter gegeben. Einerseits betrifft dies den Getreideanbau und die Gewinnung des Korns (der richtige Zeitpunkt des Säens und Erntens), andererseits das notwendige Wissen zum Bau und Betrieb der Mühlen).
Das Getreide aus biologischem Anbau wird in den wasserbetriebenen Lesachtaler Mühlen mittels Naturstein (Sextener Urgestein) gemahlen, dessen besondere Art der Steinstruktur es erlaubt, das Korn bei sehr niedrigen Umdrehungszahlen schonend zu feinem flaumigen Mehl zu mahlen.
Dieses Generationswissen wurde 2008 sogar ins ferne Japan „exportiert“: ein original Lesachtaler Brotbackofen wurde von einem Ofensetzer in Japan aufgestellt und nun werden dort täglich 500 Laib Brot gebacken.
Lesachtaler Brotrezept:

500 g Roggenmehl, 100 g Roggenvollmehl, 400 g Weizenbrotmehl, 80 g Roggenschrot, 20 g Kürbiskerne, 20 g Sonnenblumenkerne, 8 g Leinsamen, 7 g Brotgewürz und 12 g Salz
Den vorbereiteten Sauerteig (Dampfl) abrühren und die eingeweichten Zutaten sowie das gewürzte Mehl mit ca. 0,5 l lauwarmen Wasser ½ Stunde durchkneten. Den abgekneteten Teig zwei Stunden gehen lassen. Laibe formen und für eine weitere ½ Stunde gehen lassen. Anschließend 10 min bei 250 °C und weitere 45 min bei 200 °C backen.

Wer aber das Brot nicht selbst backen will, kommt am 1. Sonntag im September zum Brotfest nach Liesing im Lesachtal.
Quellen:

Seiten

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Schließe dich 187 Followern an

Statistik

  • 108,305 hits
Juni 2017
M D M D F S S
« Mai    
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  
%d Bloggern gefällt das: