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Definition

Beschreibung in Wikipedia (02 02 2013)

 

Kärntner Wulfenie

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Kärntner Wulfenie
Kärntner Wulfenie (Wulfenia carinthiaca)
Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
Gattung: Wulfenien (Wulfenia)
Art: Kärntner Wulfenie
Wissenschaftlicher Name
Wulfenia carinthiaca
Jacq.

Die Kärntner Wulfenie (Wulfenia carinthiaca), auch Kuhtritt genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae).

Die Art ist nach Franz Xaver Freiherr von Wulfen benannt, der sie 1779 auf dem Gartnerkofel in Kärnten entdeckte.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Die Kärntner Wulfenie ist eine ausdauernde Rosettenpflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 40, selten bis 50 cm. Die Blätter sind ungeteilt. Die Rosettenblätter sind umgekehrt-eiförmig, 15 bis 20 cm lang, gekerbt, glänzend und fast kahl. Am Stängel befinden sich wechselständige Schuppenblätter. Die Stängel stehen aufrecht, sind einfach und entspringen dem horizontal wachsenden, verzweigten Rhizom. Die Pflanze ist mit Ausnahme der Blattstiele und der Blattmittelrippen unbehaart. Die Rosettenblätter überwintern und vermitteln der Pflanze im Frühjahr einen Entwicklungsvorsprung gegenüber anderen Pflanzenarten.

Der Blütenstand ist 20 bis 30 cm hoch, trägt Schuppenblätter und ist einseitswendig. Die Blüten stehen dicht. Der Kelch ist fünfzählig und bis zu 8 mm lang. Die Krone ist blauviolett und 12 bis 15 mm lang. Blütezeit ist im Juli. Als Bestäuber werden Bienen und Hummeln vermutet.

Die Früchte sind vielsamige Kapseln, die sich mit vier Klappen öffnen und etwas kürzer als der Kelch sind.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.

Systematik und Verbreitung

Die Art wird in zwei Unterarten gegliedert, die früher als eigenständige Arten geführt wurden:

Unterart carinthiaca

Die Nominatform, Wulfenia carinthiaca subsp. carinthiaca kommt nur auf einem sehr kleinen Gebiet auf dem Gartnerkofel in den Karnischen Alpen vor. Ihr Areal umfasst nur 10 km². Auf österreichischer Seite wächst sie auf der Garnitzenalm, der Kühwegeralm und der Watschigeralm, auf italienischer Seite auf der Auernigalm und der Zirkelalm. In ihrem Areal ist sie nicht selten, gilt aber aufgrund der Kleinheit des Areals als gefährdet und ist in Kärnten vollkommen geschützt[1]. Ein angesalbter Bestand befindet sich am Radhausberg in Bad Gastein (Salzburg).

Sie wächst in Hochstaudenfluren und Weiderasen besonders der subalpinen Höhenstufe, vorwiegend zwischen 1300 und 2000 m Seehöhe, steigt aber auch bis 1000 m herab. Sie ist lichtbedürftig, an schattigen Standorten wie in Grünerlengebüschen kommt sie nicht zur Blüte. Sie bevorzugt eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung. Der Boden sollte neutral bis schwach sauer sein bei pH-Werten zwischen 5,4 und 7,3. Stark saure wie auch basische Böden meidet sie.

Unterart blecicii

Die Pflanzen der Unterart blecicii unterscheiden sich kaum von denen der Unterart carinthiaca. Ihre Populationen sind allerdings 700 km von denen der Nominatform getrennt: sie kommen im Prokletije-Gebirge im Grenzgebiet zwischen Montenegro, Kosovo und Albanien vor und besiedeln ein Areal von rund 400 km².

Belege

  • M. Staudinger: Wulfenia carinthiaca, in: Wolfgang Rabitsch, Franz Essl: Endemiten – Kostbarkeiten in Österreichs Pflanzen- und Tierwelt. Naturwissenschaftlicher Verein für Kärnten und Umweltbundesamt GmbH, Klagenfurt und Wien 2009, ISBN 978-3-85328-049-2, S. 253f.
  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6 (Merkmale)
  • M.A. Fischer, K. Oswald, W. Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Dritte Auflage, Land Oberösterreich, Biologiezentrum der OÖ Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9

Einzelnachweise

  1. Verordnung der Kärntner Landesregierung vom 30. Jänner 2007

    , Zl. 15-NAT-81/16/2007, über den Schutz wildwachsender Pflanzen (Pflanzenartenschutzverordnung), Anhang I, abgerufen 1. August 2009.

Weblinks

 Commons: Kärntner Wulfenie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

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